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Silikon entfernen und Silikonfuge ziehen: so wird die Fuge dicht
Altes Silikon sauber entfernen, auch im Bad, und die neue Silikonfuge richtig ziehen: Silikonentferner, Glättmittel, Fugenglätter und die häufigsten Fehler.
Kurz gesagt: Altes Silikon entfernen Sie in zwei Schritten: Zuerst schneiden Sie die Fuge an beiden Flanken frei und ziehen das Silikon mechanisch heraus, dann lösen Sie die dünnen Reste mit einem Silikonentferner an und reinigen gründlich nach. Die neue Silikonfuge ziehen Sie auf sauberen, trockenen Flanken: abkleben, gleichmäßig einspritzen und mit wenig Glättmittel und einem passenden Fugenglätter in einem Zug abziehen.
Eine Silikonfuge ist nur so dicht wie ihre Haftung an den beiden Fugenflanken. Neues Silikon haftet nicht auf altem Silikon, nicht auf Seifen- und Kalkfilmen und nicht auf Resten von Glättmittel oder Entferner. Deshalb entscheidet beim Erneuern einer Fuge die Vorarbeit über das Ergebnis, nicht der Dichtstoff. Die folgenden Schritte gelten für Sanitär-, Boden- und Anschlussfugen im Innenausbau; für Fugen an Fenstern, Fassaden und Glaskonstruktionen gelten zusätzlich die Vorgaben der jeweiligen Systemhersteller.
Silikon entfernen: erst mechanisch, dann chemisch
Wer eine Silikonfuge entfernen will, arbeitet zuerst mechanisch. Schneiden Sie das Silikon mit einem scharfen Messer oder Fugenmesser entlang beider Flanken ein, ohne Fliese, Wanne oder Lack zu verletzen, und ziehen Sie den Strang heraus. Reste in der Fuge und auf den Flanken schaben Sie mit einem Kunststoffschaber oder einer Klinge ab. Ein Silikonentferner ersetzt diesen Schritt nicht, er ist für das, was danach noch haftet.
Der OTTO Silout ist eine standfeste Paste, die ausgehärtete Silikon-Dicht- und Klebstoffe anlöst, laut Hersteller unter anderem auf Holz, Mauerwerk, Putz, Beton, Glas, Porzellan, Metallen und Kunststoffen. Er wird dick aufgetragen: Otto nennt im Datenblatt etwa die 2- bis 3-fache Dicke der zu entfernenden Silikonschicht, mindestens 5 mm, und eine Einwirkzeit von etwa 5 Stunden bei 0,5 mm Silikon und etwa 24 Stunden bei 2 bis 3 mm. Laut Datenblatt ist Vorsicht geboten auf polierten Natursteinen, die matt werden, auf verchromten, verzinkten und Buntmetall-Oberflächen wie Armaturen sowie auf Anstrichen; tragen Sie Silout dort nur nach Vorversuch und nur so weit wie nötig auf. Silout härtet nicht aus; die angelöste Masse nehmen Sie mit einem Spachtel ab und wischen anschließend mit einem feuchten Tuch nach, das Sie regelmäßig wenden und wechseln.
Wichtig für die Sicherheit: Silout ist mit dem Signalwort „Gefahr“ und dem Gefahrenhinweis H314 gekennzeichnet. Er verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. Arbeiten Sie nur bei guter Lüftung und mit Schutzhandschuhen sowie Augen- und Gesichtsschutz, und machen Sie auf empfindlichen Oberflächen zuerst einen Vorversuch.
Silikon entfernen im Bad
Im Bad kommt meist Schimmel dazu. Schwarze Punkte sitzen nicht nur auf, sondern auch in und unter der Fuge; Abwischen oder Überspritzen hilft nicht. Otto schreibt im Datenblatt des Sanitär-Silikons OTTOSEAL S100 vor, dass bei schimmelbefallenen Fugen der alte Dichtstoff vollständig zu entfernen ist und die Fugenbereiche vor der Neuverfugung mit einem geeigneten Anti-Schimmelspray zu behandeln sind. Sonst kann die neue Fuge trotz fungizider Ausrüstung schnell wieder befallen werden.
Prüfen Sie nach dem Entfernen die Fugenflanken: Lose Fliesenkanten, ausgebrochener Fugenmörtel oder Feuchtigkeit hinter der Fuge müssen vor dem Neuverfugen behoben werden. Lassen Sie die Fuge vollständig austrocknen, bevor Sie neu verfugen. Und planen Sie die Zeit ein: Wanne und Dusche sind während Entfernen, Trocknen und Aushärten nicht nutzbar.
Welches Produkt passt?
Für eine dauerhaft dichte Fuge brauchen Sie den passenden Dichtstoff, den Entferner für die alte Fuge und Werkzeug zum Glätten. Die Beispiele stammen aus dem Profishop.
| Produkttyp | geeignet für | Stärken | Beispiel im Profishop |
|---|---|---|---|
| Sanitär-Silikon (essigvernetzend) | Dehnungs- und Anschlussfugen in Bad, Dusche und Küche, Boden und Wand; nicht für Naturstein, Beton und ungeschützte Metalle | fungizid und bakteriostatisch ausgerüstet, sehr gut glätt- und modellierbar, viele Farben | OTTOSEAL S100 |
| Neutralvernetzendes Bau-Silikon | Anschlussfugen an Fenstern und Türen, Metallbau, Beton, Sanitär | laut Hersteller nicht korrosiv gegenüber ungeschützten Metalloberflächen, fungizid ausgerüstet | OTTOSEAL S110 |
| Geruchsarmes Boden- und Sanitär-Silikon | Bodenfugen an Design- und Kunststoffbelägen, Sanitärfugen in bewohnten Räumen | geruchsarm, fungizid ausgerüstet, auch in matten Farben | OTTOSEAL S125 |
| Silikonentferner (Paste) | ausgehärtete Silikonreste in Fugen und auf Oberflächen; auf poliertem Naturstein, Chrom und Messing nur nach Vorversuch | löst Silikonreste an, führt laut Hersteller zu silikonfreien Oberflächen | OTTO Silout |
| Glättmittel | Silikon-, PU- und MS-Hybrid-Dichtstoffe, nicht für Marmor und Naturstein | erhält den Glanz, wäscht keine Farbpigmente aus | OTTO Glättmittel, für Naturstein das Naturstein-Silikon-Glättmittel |
| Fugenglätter | runde (konkave) Sanitär- und Anschlussfugen | gleichmäßiges Fugenprofil in einem Zug | OTTO Fugenboy klein |
Für Natursteinflächen wie Marmor oder Granit nehmen Sie ein spezielles Naturstein-Silikon, sonst drohen dunkle Randzonen.
Fugenform und Werkzeug
Eine gute Silikonfuge ist leicht konkav, also nach innen gewölbt, und haftet satt an beiden Flanken. Diese Form entsteht nicht mit dem Finger, sondern mit einem Fugenglätter, dessen Radius zur Fugenbreite passt. Der OTTO Fugenboy klein hat zum Beispiel die Radien 5 mm und 8 mm für schmale Sanitär- und Anschlussfugen, für breitere Fugen gibt es den OTTO Fugenboy groß mit 11, 14 und 17 mm. Ist das Werkzeug zu klein, zieht es zu viel Silikon aus der Fuge; ist es zu groß, verschmiert es die Ränder. Für Glasfalz- und Winkelfugen hat der OTTO Glättspachtel laut Hersteller Abziehkanten mit Winkeln von 2 × 90°, 15° und 20°.
Wie viel Bewegung eine Fuge aufnehmen kann, steht im Datenblatt als zulässige Gesamtverformung. Beim S100 nennt Otto 25 % nach EN 15651. Fugen, die sich stärker bewegen, müssen breiter geplant werden. Auch die Dicke hat Grenzen: Für Schichtstärken über 15 mm verweist Otto beim S100 vorab an die eigene Anwendungstechnik, denn einkomponentige Silikone härten mit zunehmender Schichtstärke langsamer durch.
Achten Sie außerdem auf die Nachbarschaft der Fuge: Laut Datenblatt des S100 ist Berührungskontakt mit bitumenhaltigen und weichmacherabgebenden Materialien wie Butyl, EPDM oder Neopren zu vermeiden.
Silikonfuge ziehen: Schritt für Schritt
- Flanken nachreinigen: Nach dem Silikonentferner verlangt Otto, die Haftflanken nach dem Trocknen mit dem OTTO Cleaner T nachzureinigen. Reste des Entferners können laut Datenblatt den neuen Dichtstoff anlösen und erweichen. Der Reiniger ist leicht entzündbar: Lüften Sie gut, halten Sie Zündquellen fern und testen Sie ihn auf Acryl-Wannen und anderen Kunststoffen vorher an einer verdeckten Stelle.
- Trocknen lassen: Flanken müssen sauber, trocken, tragfähig und frei von Fett und Staub sein.
- Fugentiefe begrenzen: Tiefe Fugen füllen Sie mit einer Rundschnur als Hinterfüllung vor. So haftet das Silikon nur an den beiden Flanken und kann Bewegungen mitmachen.
- Abkleben: Kleben Sie beide Fugenränder mit Kreppband ab. Das gibt gerade Kanten und schützt matte oder raue Oberflächen.
- Einspritzen: Düse schräg auf die Fugenbreite anschneiden und das Silikon mit gleichmäßigem Druck und gleichmäßiger Geschwindigkeit blasenfrei einbringen, etwas mehr als nötig.
- Glättmittel sparsam einsetzen: Benetzen Sie den Fugenglätter nur leicht oder tragen Sie das Glättmittel gezielt mit einem Pinsel auf. Otto empfiehlt, möglichst sparsam zu arbeiten; das Mittel darf nicht unter das Silikon an die Flanken laufen.
- In einem Zug abziehen: Ziehen Sie die Fuge mit dem Glätter in einem gleichmäßigen Zug ab, solange sich noch keine Haut gebildet hat. Beim S100 nennt Otto eine Hautbildungszeit von etwa 10 Minuten. Bei matten Farbtönen sollten Sie laut Otto nur einmal abziehen, sonst wird die Fuge glänzend.
- Klebeband abziehen und nachwischen: Klebeband sofort nach dem Glätten vom Silikon weg abziehen. Glättmittelreste auf Fliesen und Fuge vor dem Antrocknen mit klarem Wasser entfernen, sonst bleiben laut Otto matte oder helle Flecken.
- Aushärten lassen: Das S100 härtet laut Datenblatt etwa 2 bis 3 mm in 24 Stunden durch; dickere Fugen brauchen entsprechend länger. Verarbeiten Sie es nur zwischen +5 °C und +35 °C.
Typische Fehler
- Neues Silikon über alte Reste: Die neue Fuge haftet auf dem alten Silikonfilm, nicht auf der Fliese, und löst sich nach kurzer Zeit.
- Spülmittel statt Glättmittel: Improvisierte Lösungen können den Dichtstoff verunreinigen und die Haftung an den Flanken stören. Ein abgestimmtes Glättmittel wäscht außerdem keine Farbpigmente aus.
- Zu viel Glättmittel: Läuft es in die Fuge, haftet das Silikon an dieser Stelle nicht. Getrocknete Reste hinterlassen Flecken.
- Dreiflankenhaftung: Haftet das Silikon auch am Fugengrund, kann es Bewegungen nicht ausgleichen und reißt. Tiefe Fugen hinterfüllen.
- Mehrfach nachgearbeitet: Wer die Fuge immer wieder abzieht, schiebt Schichten übereinander. Das gibt Riefen und bei matten Farben Glanzstellen.
- Falsches Silikon: Essigvernetzendes Sanitär-Silikon setzt beim Aushärten geringe Mengen Essigsäure frei. Für Metall, Beton und Naturstein nehmen Sie neutralvernetzende oder spezielle Naturstein-Silikone.
- Zu früh belastet: Wasser und Reinigungsmittel auf der noch weichen Fuge stören die Aushärtung. Warten Sie die Durchhärtung ab.
Silikonreste sind auch beim Kleben ein häufiger Grund für Haftungsprobleme, etwa an Glasscheiben oder Kunststoffteilen. Wie Sie dort vorgehen, lesen Sie in den Ratgebern Glas kleben und Kunststoff kleben.
Passende Produkte und Kategorien
- Silikonentferner, zum Beispiel der OTTO Silout
- Sanitär Silikon und Silikon Dichtstoffe
- Glättmittel, auch als OTTO Glättmittel-Spray
- Glättwerkzeuge, etwa der OTTO Fugenfux für Sanitär- und Bodenfugen oder der OTTO Glättspachtel
- Industriereiniger für die Nachreinigung, zum Beispiel der OTTO Cleaner T







