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Temperatur und Luftfeuchte am Klebplatz überwachen
Warum Temperatur und Luftfeuchte über offene Zeit, Aushärtung und Haftung mitentscheiden und wie Sie Klebplatz und Klebstofflager mit Funksensoren und Alarmen in der BAT Cloud im Blick behalten.
Inhalt
Ein Klebstoff verhält sich bei 15 °C anders als bei 28 °C, und bei 30 % relativer Luftfeuchte anders als bei 75 %. Deshalb nennen die technischen Datenblätter der Hersteller Bedingungen für Lagerung und Verarbeitung. Ob diese Bedingungen am Klebplatz und im Lager tatsächlich eingehalten werden, weiß aber oft niemand genau. Dieser Ratgeber erklärt, warum Temperatur und Luftfeuchte über die Klebung mitentscheiden, wie Sie beides mit LoRaWAN-Sensoren und Alarmen in der BAT Cloud überwachen und wie Sie die Überwachung praktisch einrichten.
Warum das Klima über die Klebung mitentscheidet
Die Temperatur wirkt auf fast jeden Klebstoff. Bei vielen Systemen sinkt die Viskosität mit steigender Temperatur, der Klebstoff fließt also leichter, benetzt anders und lässt sich anders dosieren. Gleichzeitig laufen chemische Reaktionen bei Wärme in der Regel schneller ab. Bei reaktiven Klebstoffen kann sich dadurch die offene Zeit verkürzen, also das Fenster, in dem die Teile gefügt werden müssen. Bei Kälte härten viele Systeme langsamer aus, und die Festigkeit wird später erreicht.
Die Luftfeuchte ist vor allem für feuchtigkeitshärtende Klebstoffe wichtig, etwa für viele Silikone, MS-Polymere und einkomponentige Polyurethane. Sie ziehen das Wasser für die Aushärtung aus der Umgebungsluft. Ist die Luft sehr trocken, verlangsamt sich die Aushärtung; ist sie sehr feucht, kann sie bei manchen Systemen zu schnell oder ungleichmäßig ablaufen. Andere Klebstoffe, etwa manche Epoxide, reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit an der Oberfläche.
Besonders tückisch ist Kondensat. Kommen Bauteile oder Gebinde aus einem kalten Lager in eine warme, feuchte Halle, kann sich auf der Oberfläche ein unsichtbarer Wasserfilm bilden. Er stört die Haftung, ohne dass der Werker etwas bemerkt. Welche Grenzen für Ihren Klebstoff gelten, steht in dessen technischem Datenblatt; die Faustregeln hier ersetzen diese Angaben nicht.
Auch das Lager gehört dazu
Viele Klebstoffe müssen kühl gelagert werden, manche im Kühlschrank, einige sogar tiefgekühlt. Wird die Kühlkette unterbrochen, etwa weil die Kühlschranktür über das Wochenende offen stand, kann der Klebstoff vorzeitig reagieren oder seine Eigenschaften verändern, ohne dass man es dem Gebinde ansieht. Eine Überwachung, die nur den Klebplatz erfasst, greift deshalb zu kurz.
Die LoRaWAN-Sensoren der LX-100-Serie decken beide Orte ab. Für Klebplatz und Lager reicht meist das LX-120 mit Temperatur und Luftfeuchte. Das LX-110 meldet zusätzlich über zwei Reed-Kontakte, ob eine Kühlschrank- oder Schranktür offen steht. Für lichtempfindliche Materialien wie UV-härtende Klebstoffe gibt es mit dem LX-130 einen Sensor mit Helligkeitsmessung. Laut Hersteller misst der Sensor die Temperatur auf ±0,4 K genau (typisch bei 21 °C) und die Luftfeuchte auf ±2 % im Bereich 30–70 % rF.
So arbeiten Sensor, Gateway und Cloud zusammen
Die Sensoren messen standardmäßig jede Minute und senden die Werte per Funk an das Gateway GW-8. Das Gateway leitet sie verschlüsselt an die BAT Cloud weiter, wo sie geprüft, archiviert und angezeigt werden. Laut Hersteller vergehen vom Messwert bis zur Anzeige weniger als drei Sekunden. Kabel zu den Messpunkten brauchen Sie nicht; wie der Funk in der Halle funktioniert, erklärt der Ratgeber LoRaWAN in der Produktion.
In der Cloud legen Sie für jeden Sensor Schwellenwerte in zwei Stufen fest: Warnung und Kritisch. Wird ein Wert überschritten, benachrichtigt das System per E-Mail, SMS oder Webhook. Reagiert niemand, eskaliert es nach 5, 15 und 60 Minuten an die nächste Stelle. Alarme müssen bestätigt werden, stille Stunden und ein Schichtkalender sorgen dafür, dass nachts die richtige Person informiert wird und nicht alle.
Praktisch einrichten: Messpunkte und Grenzwerte
Platzieren Sie die Sensoren dort, wo geklebt und gelagert wird, also auf Höhe des Arbeitsplatzes und im Kühlschrank oder Regal selbst, nicht irgendwo im Raum. Meiden Sie Stellen direkt an Heizkörpern, Hallentoren, Fenstern mit Sonneneinstrahlung oder Abluftöffnungen, denn dort messen Sie ein Mikroklima, das nichts über die Klebung aussagt. Montiert wird mit Klebefolie oder Schrauben, einen Stromanschluss brauchen die Sensoren nicht: Laut Hersteller hält die Batterie etwa fünf Jahre.
Die Grenzwerte leiten Sie aus den Datenblättern Ihrer Klebstoffe ab. Bewährt hat sich, die Warnstufe etwas innerhalb des zulässigen Bereichs zu setzen und die kritische Stufe auf die eigentliche Grenze. So bleibt Zeit zu reagieren, bevor eine Verklebung außerhalb der Spezifikation stattfindet. Im Hallenplan der Cloud ziehen Sie die Sensoren per Drag-and-Drop auf ein Foto oder eine Zeichnung Ihres Standorts; grüne, gelbe und rote Punkte zeigen auf einen Blick, wo es Handlungsbedarf gibt.
Vom Messwert ins Protokoll
Messwerte helfen nur, wenn sie später auch zur einzelnen Klebung passen. Mit der KlebeDoku stehen Temperatur und Luftfeuchte zum Zeitpunkt der Verklebung automatisch im Protokoll, statt geschätzt eingetragen zu werden. Die Cloud erstellt zusätzlich Schicht-, Tages- und Audit-Reports als PDF und exportiert die Rohdaten als CSV oder JSON. Techniker vor Ort sehen die Live-Werte jedes Sensors in der kostenlosen LoRaWAN-Dashboard-App.
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