
Ratgeber 5 Minuten Lesezeit
DIN 2304 digital dokumentieren: Was die Norm verlangt
Was DIN 2304 an Nachweisen erwartet, wie die Sicherheitsklassen S1 bis S4 den Aufwand bestimmen und wie eine digitale Klebedokumentation die Arbeit am Klebplatz übernimmt, ohne den Klebfachingenieur zu ersetzen.
Inhalt
Wer nach DIN 2304 klebt, muss nicht nur gut kleben, sondern es auch belegen können. Die Norm setzt am Prozess an, weil sich eine fertige Klebung kaum zerstörungsfrei prüfen lässt. Damit wird die Dokumentation zum eigentlichen Qualitätsnachweis. Dieser Ratgeber erklärt, was DIN 2304 an Nachweisen erwartet, wie die Sicherheitsklassen S1 bis S4 den Aufwand bestimmen, wie eine digitale Klebedokumentation mit der KlebeDoku das abdeckt und welche Aufgaben beim Klebfachingenieur bleiben.
Was DIN 2304 regelt
DIN 2304-1 beschreibt Qualitätsanforderungen an Klebprozesse über die ganze Prozesskette: von der Planung und Auslegung über die Fertigung bis zur Prüfung. Die Norm ist branchenübergreifend angelegt und richtet sich an alle, die tragende oder sicherheitsrelevante Klebungen herstellen. Im Kern verlangt sie, dass ein Klebprozess beherrscht wird: Das Personal ist qualifiziert, Material und Verarbeitung folgen festgelegten Vorgaben, und Abweichungen werden erkannt, bevor ein fehlerhaftes Bauteil das Werk verlässt.
Verantwortlich ist eine klebtechnische Aufsichtsperson, in vielen Betrieben ein Klebfachingenieur. Sie legt fest, welche Klebungen wie kritisch sind, welche Prüfungen nötig sind und wie dokumentiert wird. Die Dokumentation ist dabei kein Selbstzweck: Sie ist der Beleg dafür, dass jede Klebung unter den geplanten Bedingungen entstanden ist.
Die Sicherheitsklassen S1 bis S4
DIN 2304-1 ordnet jede Klebung einer Sicherheitsklasse zu. Vereinfacht gesagt richtet sich die Klasse danach, welche Folgen ein Versagen der Klebung hätte:
- S1: Ein Versagen kann Menschen oder die Umwelt mittelbar oder unmittelbar gefährden. Hier gelten die strengsten Anforderungen an Planung, Nachweise und Personal.
- S2: Ein Versagen kann möglicherweise zu Personen- oder Umweltschäden führen.
- S3: Ein Versagen beeinträchtigt die Funktion oder den Komfort, gefährdet aber keine Personen.
- S4: Klebungen ohne nennenswerte Sicherheitsanforderung.
Je höher die Sicherheitsanforderung (S1 am höchsten), desto lückenloser muss der Nachweis sein. Die verbindliche Einstufung und Formulierung steht in der Norm selbst; maßgeblich ist immer die Bewertung durch Ihre klebtechnische Aufsicht.
Welche Nachweise in der Praxis anfallen
Was im Einzelnen dokumentiert wird, legt der Betrieb fest. In der Praxis tauchen aber immer dieselben Fragen auf, wenn ein Auditor oder Kunde nachfragt: Welcher Klebstoff aus welcher Charge wurde verarbeitet? War er innerhalb der Haltbarkeit und richtig gelagert? Wer hat geklebt, und war die Person dafür qualifiziert? Welche Temperatur und Luftfeuchte herrschten am Klebplatz? Wer hat das Ergebnis geprüft und freigegeben?
Auf Papier lassen sich diese Fragen beantworten, solange alle Formulare vollständig ausgefüllt sind. Genau daran scheitert es im Alltag: Chargennummern werden abgeschrieben und dabei verwechselt, Felder bleiben im Schichtstress leer, die Raumtemperatur wird geschätzt statt gemessen. Und wer ein Jahr später ein bestimmtes Protokoll sucht, blättert durch Ordner.
Wie die KlebeDoku die Dokumentation übernimmt
Die KlebeDoku von B.A.T. führt den Werker in vier Schritten durch jede Verklebung: Schichtbeginn mit Anmeldung per RFID, Badge oder PIN, Charge starten, Verklebung, Abschluss. Beim Start scannt der Werker den QR- oder Barcode des Gebindes. Charge und Haltbarkeitsdatum übernimmt die App automatisch und prüft den Freigabestatus. Ist der Klebstoff abgelaufen, sperrt sie die Verarbeitung, bis eine berechtigte Person per PIN freigibt.
Während der Verklebung stehen Temperatur und Luftfeuchte aus der BAT Cloud automatisch im Protokoll, gemessen von den LoRaWAN-Sensoren am Klebplatz. Verlässt ein Wert den Grenzbereich, kommt eine Push-Meldung. Zum Abschluss ergänzt der Werker bei Bedarf Foto, Notiz oder Sprachnotiz, dann zeichnen Werker, Gruppenleitung und Klebaufsichtsperson nacheinander ab. Am Ende steht ein revisionssicheres PDF, das laut Hersteller zehn Jahre archiviert wird.
Jeder Eintrag erhält Zeitstempel, Anwender-ID und Geräte-ID und ist per SHA-256 mit dem vorigen verkettet. Nachträgliche Änderungen fallen dadurch auf. Laut Hersteller dauert die Dokumentation einer Verklebung drei bis fünf Minuten, und die Zahl fehlender Doku-Einträge sinkt um 99,8 %. Wie der Audit-Trail im Ernstfall hilft, beschreibt der Ratgeber Audit-Trail bei Reklamationen.
Die KlebeDoku ist auf DIN 2304 mit den Sicherheitsklassen S1 bis S4 ausgelegt. Für Schienenfahrzeuge nach DIN 6701 und die Luftfahrt nach EN 9100 gibt es den Enterprise-Tarif. Sie läuft auf Tablet, Smartphone oder stationär im Browser und arbeitet auch offline.
Was beim Klebfachingenieur bleibt
Eine Software liefert Nachweise, sie ersetzt keine klebtechnische Verantwortung. Welche Klebung welcher Sicherheitsklasse angehört, welche Prüfungen nötig sind und welche Grenzwerte für Temperatur und Luftfeuchte gelten, entscheidet weiterhin Ihre klebtechnische Aufsicht. Auch Arbeitsanweisungen, Qualifikation des Personals und die Bewertung von Abweichungen bleiben ihre Aufgabe. Ob Ihr Klebprozess die Norm fachlich erfüllt, beurteilt der Klebfachingenieur, nicht die App.
Der Gewinn liegt woanders: Der Klebfachingenieur legt die Regeln einmal fest, und die KlebeDoku sorgt dafür, dass sie bei jeder Verklebung eingehalten und belegt werden. Statt Formulare zu kontrollieren, bewertet er Abweichungen, die das System meldet. Einen Überblick über alle Regelwerke finden Sie unter Normen & Audit.
So gelingt der Umstieg von Papier
Bewährt hat sich ein schrittweises Vorgehen. Beginnen Sie mit einem Klebplatz, dessen Klebungen eine hohe Sicherheitsanforderung haben (S1 oder S2), und legen Sie fest, welche Prüfpunkte Ihrer bisherigen Formulare künftig im digitalen Ablauf abgefragt werden. Hinterlegen Sie Klebstoffe und Freigabestatus als Stammdaten, per CSV-Import oder über die REST-API aus Ihrem ERP. Setzen Sie Sensoren an den Klebplatz und ins Klebstofflager, damit Umgebungsdaten von Anfang an gemessen statt geschätzt werden. Einrichtung des Kontos, Inbetriebnahme und Schulung sind bei B.A.T. ohne Aufpreis inklusive; laut Hersteller ist ein Standort meist in weniger als 24 Stunden einsatzbereit.
Sie möchten sehen, wie Ihre DIN-2304-Dokumentation in der KlebeDoku aussieht? Paul Wieber zeigt Ihnen das System in einer Online-Demo von 30 Minuten, ohne Vorbereitung, und bespricht mit Ihnen Tarif und Ausstattung.