Konstruktionsklebstoff für tragende und dauerhaft belastbare Verbindungen
Ein Konstruktionsklebstoff überträgt Kräfte flächig und verbindet Bauteile dauerhaft, ohne das Material durch Bohrungen oder Schweißwärme zu schwächen. In dieser Kategorie finden Sie strukturelle Klebsysteme für Fertigung, Montage und Instandhaltung – abgestimmt auf unterschiedliche Werkstoffe, Belastungen und Verarbeitungsbedingungen. Ob starre oder elastische Fügung: Die passende Produktgruppe wählen Sie hier gezielt nach Ihrer Anwendung.
Für eine strukturierte Auswahl stehen Ihnen vier Systemfamilien zur Verfügung: 2K-Methacrylat / Acrylat, Epoxidharz, Polyurethan (PU) und Hybrid- und elastische Strukturverklebungen.
Strukturklebstoff im Einsatz: Branchen und Werkstoffe
Ein Strukturklebstoff kommt überall dort zum Einsatz, wo Verbindungen hohe Kräfte übertragen und über lange Zeiträume zuverlässig halten müssen. Typische Anwendungsfelder sind der Metall- und Anlagenbau, der Fahrzeug- und Karosseriebau, die Elektro- und Gehäusefertigung sowie der allgemeine Maschinenbau. Auch bei der Instandhaltung ersetzen strukturelle Verklebungen häufig Nietungen oder Schweißnähte, wenn eine wärmefreie und flächige Kraftübertragung gefragt ist.
Die Systeme eignen sich für ein breites Spektrum an Untergründen. Konstruktionskleber für Metall verbinden Stahl, Aluminium und Buntmetalle, häufig auch in Materialkombinationen. Daneben lassen sich viele Kunststoffe, Verbundwerkstoffe, Glas und Keramik fügen. Entscheidend ist stets die Kombination aus Werkstoff, Oberflächenzustand und erwarteter Belastung – die genaue Eignung je Fügepartner entnehmen Sie dem technischen Datenblatt des jeweiligen Produkts.
Elastischer Kleber oder starres System: die richtige Auswahl
Für die Produktwahl ist maßgeblich, ob die Fügung starr oder nachgiebig ausfallen soll. Ein elastischer Kleber gleicht Bewegungen zwischen den Bauteilen aus, etwa bei unterschiedlicher Wärmeausdehnung oder bei dynamischer Beanspruchung. Starre Systeme wie viele Epoxidharze erzielen dagegen hohe Steifigkeit und eignen sich für formstabile Verbindungen. Hybrid- und PU-Systeme decken den Bereich dazwischen ab.
Die folgende Übersicht hilft bei der Vorauswahl der passenden Produktgruppe:
- Epoxidharze: hohe Festigkeit und Steifigkeit für formstabile, hoch belastete Fügungen
- 2K-Methacrylate: zügige Handhabung und gute Haftung auf vielen Metallen und Kunststoffen
- Polyurethane: zäh-elastisches Verhalten, geeignet für schwingungsbelastete Verbindungen
- Hybrid- und elastische Systeme: Bewegungsausgleich und Toleranzüberbrückung
- Materialschonung: flächige Kraftübertragung ohne Bohren oder Schweißen
- Werkstoffvielfalt: auch für Mischverklebungen unterschiedlicher Materialien
- Verarbeitung: als 1K- oder 2K-Variante sowie in unterschiedlichen Gebinden verfügbar
PU-Klebstoffe und Verarbeitungshinweise
Als PU-Montagekleber werden Systeme auf Polyurethanbasis bezeichnet, die eine zäh-elastische Klebfuge bilden und Bewegungen aufnehmen können. PU-Klebstoffe lassen sich ein- oder zweikomponentig verarbeiten. Für die praktische Anwendung gilt: Der Erfolg einer strukturellen Verklebung hängt entscheidend von der Oberflächenvorbereitung ab. Reinigen und entfetten Sie die Fügeflächen sorgfältig und beachten Sie eine gegebenenfalls erforderliche Aufrauung oder Vorbehandlung.
Beachten Sie außerdem folgende Punkte bei der Verarbeitung:
- Fügeteile passgenau vorbereiten und trocken halten
- Bei 2K-Systemen das vorgegebene Mischungsverhältnis exakt einhalten
- Verarbeitungs-, Fixier- und Aushärtezeiten dem technischen Datenblatt entnehmen
- Umgebungsbedingungen während der Aushärtung stabil halten
- Bauteile bis zur ausreichenden Anfangsfestigkeit fixieren
Zu den häufigsten Fehlerquellen zählen unzureichend gereinigte Oberflächen, ein falsches Mischungsverhältnis bei Zweikomponentensystemen sowie eine zu frühe Belastung der Fuge. Wer diese Punkte kontrolliert, erhält reproduzierbar tragfähige Verbindungen.
Häufige Fragen
Was ist ein Konstruktionsklebstoff?
Damit werden strukturelle Klebsysteme bezeichnet, die Bauteile dauerhaft verbinden und Kräfte flächig übertragen. Sie werden dort eingesetzt, wo die Verbindung mechanisch belastet wird und über die gesamte Lebensdauer halten soll.
Welche Konstruktionsklebstoffe eignen sich für Metall?
Für metallische Fügungen kommen häufig Epoxidharze, 2K-Methacrylate und Polyurethane zum Einsatz, auch bei Materialkombinationen. Die konkrete Eignung für Ihre Werkstoffpaarung und Oberfläche entnehmen Sie dem technischen Datenblatt des jeweiligen Produkts.
Wie wähle ich zwischen starrem und elastischem System?
Ausschlaggebend ist, ob die Verbindung Bewegungen aufnehmen muss. Bei unterschiedlicher Wärmeausdehnung oder dynamischer Last sind nachgiebige Systeme sinnvoll, für formstabile Fügungen eher starre Klebstoffe.
Sie sind unsicher, welche Produktgruppe zu Ihrer Anwendung passt? Vergleichen Sie die vier Systemfamilien direkt in den Unterkategorien und ziehen Sie die technischen Datenblätter der Produkte hinzu. Für eine gezielte Auswahl steht Ihnen unsere Fachberatung zur Verfügung – kontaktieren Sie uns mit den Details zu Werkstoffen, Belastung und Verarbeitungsbedingungen.


























